Kritik üben


Dirk Braunstein (Rote Ruhr-Uni, Bochum)
Vortrag & Diskussion

Mittwoch, 7.4.2010, 20:00, Druckluft, Am Förderturm 27, Oberhausen
Eintritt frei

War Kritik in Zeiten der Aufklärung noch das Mittel schlechthin zu Erkenntnis und Mündigkeit, wird in der Gesellschaft, die derweil zu ihrer eigenen Ideologie geworden ist, vom Sparkassenangestellten bis zum Bundespräsidenten eine »Kritikfähigkeit« erwartet, die einen gegenteiligen Zweck verfolgt: Die Erzeugung von Einverständnis mit dem Bestehenden; das Abnicken dessen, was nun einmal so und nicht anders ist. Warum das so ist und wie Kritik tatsächlich geht, versucht der Vortrag von Dirk Braunstein zu zeigen.

Eine Veranstaltung der Antifa3D
www.3D.antideutsch.com



Antiserbische Ressentiments in neueren Kriminalfilmen


Vortrag mit Filmschnipseln & Diskussion

Donnerstag, 6. Mai 2010, 20:00, Druckluft, Am Förderturm 27, Oberhausen
Eintritt frei

Eine Muslima hat den Teufel gesehen, er ist – ein Serbe. Charmant, kultiviert, integriert, geschäftlich erfolgreich – hinter dieser Maske verbirgt sich, mit dunklen Mächten im Bunde, das Böse. Solche Darstellungen »des Serben«, nicht unähnlich der Darstellung »des Juden« in antisemitischen Filmen, nehmen in letzter Zeit zu, besonders in englischsprachigen und skandinavischen Produktionen. Der Vortrag wird diese Entwicklung anhand von Filmausschnitten einer Kritik unterziehen.

Eine Veranstaltung der Antifa3D
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Kinky Friedman

Lesung, Musik und Filmschnipsel

Ein Abend mit Klaus Bittermann (Berlin)

Donnerstag 8. Oktober 2009, 20:00 Uhr, Café Steinbruch, Lotharstr. 315, Duisburg-Neudorf
VVK: 7€, AK: 9€ (Tickets im Steinbruch oder bei Kartenhaus.de)

»Es ist keine Schande, aus Texas zu kommen, es ist nur eine Schande, dahin zurückzukehren«, lautet eine schöne Sottise Kinky Friedmans. Diese Selbstironie findet man selten, denn nach seinem langen Leben als Krimiautor in New York kehrte der »jüdische Cowboy« wieder zurück nach Texas, um dort am 7. November 2006 als Kandidat bei den Gouverneurswahlen ins Rennen zu gehen. Wenn er auch nur 4. wurde, konnte er doch immerhin 14 Prozent der abgegebenen Stimmen auf sich vereinen, und man darf bezweifeln, daß es soviel Leute in Bayern gibt, die einen Mann wählen würden, der sich von Berlin aus so abfällig über die Südprovinz geäußert hätte.
Aber das ist nicht das einzige Erstaunliche an diesem Exzentriker, der lange Jahre mit den »Texas Jewboys« die Welt des Country mit grandiosen Songs aufmischte. Erst als sein Koks-Konsum so angestiegen war, daß er »auf eine Leiter steigen mußte, um sich am Hintern zu kratzen«, fing er mit dem Schreiben von Krimis an. Nicht die übliche Krimiware natürlich, nein, Kinkys Krimis entziehen sich dem Genre auf elegante Weise, sie dienen ihm dazu, seine Philosophie der Melancholie und der verantwortungslosen Fröhlichkeit auszubreiten.
Diesem ungewöhnlichsten Charakter, den Texas je hervorgebracht hat, widmet sich dieser Abend mit Musik, Filmschnipseln und Lesung.

Klaus Bittermann lebt und arbeitet in Berlin. Er gibt seit 1979 die Edition Tiamat. heraus, in der die Reihe ›Critica Diabolis‹ erscheint.
Er ist Herausgeber zahlreicher Anthologien, u.a. des ›Who’s who peinlicher Personen‹. Unter dem Pseudonym Artur Cravan schrieb er eine Berlin-Krimi-Trilogie.

Eine Veranstaltung mit Unterstützung der Antifa3D

Die Agenda der »Israelkritiker«

Alex Feuerherdt (Bonn)
Vortrag und Diskussion

Dienstag, 23. Februar 2010, 20:00, Café Steinbruch, Lotharstr. 318-320, Duisburg-Neudorf
Eintritt frei

Im Auftrag der Uno erarbeitet und veröffentlicht eine Untersuchungskommission unter dem Vorsitz des Juristen Richard Goldstone einen Bericht, der eine fast 600 Seiten dicke, vehemente Anklageschrift gegen Israel ist und sich zu großen Teilen auf Stellungnahmen antiisraelischer NGOs stützt. Die populäre Menschenrechtsorganisation Amnesty International bezichtigt den jüdischen Staat in einer umfangreichen Broschüre wahrheitswidrig, den Palästinensern das Wasser zu stehlen und sie dadurch an den Rand des Verdurstens zu bringen. Nahezu alle westlichen Politiker betrachten nicht die Hamas und die Fatah, sondern die israelischen Siedlungen in den umstrittenen Gebieten als »Haupthindernis für den Frieden im Nahen Osten« und sind hellauf empört, wenn ihnen die Frage gestellt wird, warum Juden in einem prospektiven palästinensischen Staat eigentlich nicht leben dürfen sollen.

Wie kommt es, daß Israel – nicht zuletzt von NGOs, die sich die Verteidigung der Menschenrechte auf die Fahnen geschrieben haben – immer wieder dämonisiert und ihm de facto das Recht abgesprochen wird, sich gegen seine Feinde zur Wehr zu setzen? Warum wird diesen Feinden so viel Verständnis gezollt oder gar Sympathie entgegen gebracht? Weshalb ist die so genannte Israelkritik vor allem hierzulande so ungeheuer populär, und was treibt sie an?

Alex Feuerherdt ist freier Autor und lebt in Bonn. Er schreibt regelmäßig für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften zum Thema Nahost, unter anderem für die ›Jüdische Allgemeine‹, ›Konkret‹, den ›Tagesspiegel‹ und die ›Jungle World‹.

Eine Veranstaltung der Antifa3D
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Shuttle-Service: Eine halbe Stunde vor Veranstaltungsbeginn fährt ein Shuttle vom Duisburger Hbf (Osteingang, vor der Sparda-Bank) zum Steinbruch und nach der Veranstaltung bringt er Euch wieder zum Hbf zurück.

»Vertrauen«

Satirische Lesung mit THOMAS EBERMANN und RAINER TRAMPERT

Dienstag, 15.09.2009, 20:00, Café Steinbruch, Lotharstr. 315, Duisburg-Neudorf
Eintritt: VVK 9 € / AK 12 € (Tickets im Steinbruch und bei ticketmaster.de)

Geben wir der Krise keine Chance! Wir benötigen dazu nur eines: Vertrauen! Vertrauen in Märkte, Behörden, Schutzschirme, Rettungspakete, Kirchen, Nachbarn und zu uns. Wer helfen will, muß sich nur etwas einschränken und mehr Geld ausgeben. Warum knausern die Leiharbeiter? Wer jetzt einen Neuwagen kauft, spart die Kfz-Versicherung; wer zwei kauft, das Doppelte. Die Ersparnis sollte sofort in die Kapitalmarkt-Rente investiert oder ausgegeben werden, empfehlen die Wirtschaftsweisen. Daß die Wirklichkeit sich wieder nicht an ihre Prognosen gehalten hat, liegt diesmal an Alan Greenspan, einigen unanständigen Managern, am Produktdesign und an uns. Denn Wirtschaft ist zu 90 Prozent Psychologie. Keiner hat die Komplexität so volkstümlich auf den Punkt gebracht wie der Leiter der Raiffeisenfiliale in Bobingen: »Man kann mit 100 Grad kochen, auch mit 130 Grad. Aber wenn man den Schnellkochtopf auf 150 dreht, dann explodiert er. Und dann braucht man nicht nur einen neuen Topf, sondern muß die ganze Küche renovieren. Aber das ist nicht das Problem, sondern daß keiner mehr Schnellkochtöpfe kauft.«
Aus solchen Geistesblitzen basteln Ebermann und Trampert ihre Geschichten in der »bewährten Montage von unverfälschten Originalzitaten und eigener Kommentierung, die sie in einem arbeitsteiligen Duett vortragen«, ein Programm mit alten und neuen Stücken und »einer satirisch handwerklichen Fallhöhe, daß einem schwindelig wird«.
Kleiner Vorgeschmack gefällig? Gleich nach den ersten Meldungen über faule Papiere suchten die Deutschen Halt und fanden ihn bei Ex-Kanzler »Helmut Schmidt«, der Abend für Abend in Fernsehtalks und Sondersendungen die Weltlage aus der Sicht eines Oberleutnants der Deutschen Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg erklärt.
Und was wäre ein Abend über die Krise ohne kirchlichen Beistand? In einem Gespräch mit »Bischof Marx« wird Trost gespendet. Auch in schlimmsten Krisen müsse keiner mehr Angst vor dem Sozialismus haben, weil die scholastische Theologie des Mittelalters bereits auf Privateigentum statt Hedonismus gesetzt hat. Je nach Laune besteht noch die Möglichkeit, sich Richard Wagners spannende und Identität stiftende Mordgeschichte »Der Ring der Nibelungen« oder was anderes anzuhören. Zu Risiken und Nebenwirkungen wenden Sie sich an die Kabarettisten ihres Vertrauens.

Rainer Trampert und Thomas Ebermann leben als freie Publizisten in Hamburg, sie schreiben u.a. für »Konkret« und »Jungle World«. Als Buchtitel erschienen: ›Die Offenbarung der Propheten‹ (1996), ›Verpaßt Deutschland den Anschluß?‹ (2000) sowie ›Sachzwang & Gemüt‹ (2002).

Zuletzt gastierten sie mit ihrem Kabarettprogramm »Bitteres Vergnügen« 2008 in Duisburg.

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