Dienstag, 23.2.2010, 20:00, Café Steinbruch, Lotharstr. 318-320, Duisburg-Neudorf
Die Agenda der »Israelkritiker«
Alex Feuerherdt (Bonn)
Vortrag und Diskussion
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Dienstag, 16.3.2010, 19:00, Café Steinbruch, Lotharstr. 318-320, Duisburg-Neudorf
»Mir Zeynen Do« – Der Ghettoaufstand und die Partisan/inn/en von Bialystok
Ein Film von Ingrid Strobl
Produktion: Kaos-Team, 90 Minuten, Köln 1992
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Ein Film von Ingrid Strobl. Produktion: Kaos-Team, 90 Minuten, Köln 1992
Dienstag, 16.3.2010, 19:00, Café Steinbruch, Lotharstr. 318-320, Duisburg-Neudorf
Eintritt frei
Im August 1943 erheben sich die jüdischen Widerstandskämpferinnen und Widerstandskämpfer der ostpolnischen Stadt Bialystok gegen die endgültige Liquidierung des Ghettos und damit der jüdischen Bevölkerung durch die deutschen Besatzer. Nur wenige überleben den Aufstand, unter ihnen sechs junge Frauen, die fortan den Widerstand der Stadt aufrecht erhalten, bis es ihnen gelingt, den Kontakt zu ihren Kampfgefährtinnen und -gefährten in den umliegenden Wäldern wieder aufzunehmen. Im Frühling 1944 dringt eine sowjetische Partisanenbrigade bis in die Umgebung von Bialystok vor und vereinigt sich mit den jüdischen Partisanen. Die sechs jungen Frauen, »die Mejdalach« (die Mädchen) genannt, organisieren nun als antifaschistisches Komitee die Verbindung zwischen dem Wald und der Stadt, die Waffen- und Informationsbeschaffung und die Vorbereitung der Anschläge gegen deutsche Einrichtungen in Bialystok. Drei dieser ehemaligen Kämpferinnen, Liza Czapnik, Chaika Grossmann und Anja Rud – sie leben inzwischen in Israel –, erzählen von ihrem Kampf gegen die deutsche Vernichtungspolitik.
Inge Strobl studierte Germanistik und Kunstgeschichte und promovierte über das Thema ›Rhetorik im Dritten Reich‹. Sie war zunächst beim ORF in Wien tätig, zog 1979 nach Köln und arbeitete als Redakteurin der Zeitschrift Emma. 1986 machte sie sich als freie Autorin selbständig. Veröffentlichungen zum Thema:
- Die Angst kam erst danach. Jüdische Frauen im Widerstand 1939 – 1945 (Fischer, Frankfurt/M. 1998)
- Anna und das Anderle. Eine Recherche (Fischer, Frankfurt/M. 1995)
- Sag nie, du gehst den letzten Weg. Frauen im bewaffneten Widerstand gegen Faschismus und deutsche Besatzung (Frankfurt/M. 1989)
Eine Veranstaltung der Antifa3D
www.3D.antideutsch.com
Shuttle-Service: Eine halbe Stunde vor Veranstaltungsbeginn fährt ein Shuttle vom Duisburger Hbf (Osteingang, vor der Sparda-Bank) zum Steinbruch und nach der Veranstaltung bringt er Euch wieder zum Hbf zurück.

Alex Feuerherdt (Bonn)
Vortrag und Diskussion
Dienstag, 23. Februar 2010, 20:00, Café Steinbruch, Lotharstr. 318-320, Duisburg-Neudorf
Eintritt frei
Im Auftrag der Uno erarbeitet und veröffentlicht eine Untersuchungskommission unter dem Vorsitz des Juristen Richard Goldstone einen Bericht, der eine fast 600 Seiten dicke, vehemente Anklageschrift gegen Israel ist und sich zu großen Teilen auf Stellungnahmen antiisraelischer NGOs stützt. Die populäre Menschenrechtsorganisation Amnesty International bezichtigt den jüdischen Staat in einer umfangreichen Broschüre wahrheitswidrig, den Palästinensern das Wasser zu stehlen und sie dadurch an den Rand des Verdurstens zu bringen. Nahezu alle westlichen Politiker betrachten nicht die Hamas und die Fatah, sondern die israelischen Siedlungen in den umstrittenen Gebieten als »Haupthindernis für den Frieden im Nahen Osten« und sind hellauf empört, wenn ihnen die Frage gestellt wird, warum Juden in einem prospektiven palästinensischen Staat eigentlich nicht leben dürfen sollen.
Wie kommt es, daß Israel – nicht zuletzt von NGOs, die sich die Verteidigung der Menschenrechte auf die Fahnen geschrieben haben – immer wieder dämonisiert und ihm de facto das Recht abgesprochen wird, sich gegen seine Feinde zur Wehr zu setzen? Warum wird diesen Feinden so viel Verständnis gezollt oder gar Sympathie entgegen gebracht? Weshalb ist die so genannte Israelkritik vor allem hierzulande so ungeheuer populär, und was treibt sie an?
Alex Feuerherdt ist freier Autor und lebt in Bonn. Er schreibt regelmäßig für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften zum Thema Nahost, unter anderem für die ›Jüdische Allgemeine‹, ›Konkret‹, den ›Tagesspiegel‹ und die ›Jungle World‹.
Eine Veranstaltung der Antifa3D
www.3D.antideutsch.com
Shuttle-Service: Eine halbe Stunde vor Veranstaltungsbeginn fährt ein Shuttle vom Duisburger Hbf (Osteingang, vor der Sparda-Bank) zum Steinbruch und nach der Veranstaltung bringt er Euch wieder zum Hbf zurück.

und andere Filme über Möglichkeit und Notwendigkeit der Abschaffung der Lohnarbeit
Dienstag, 8.12.2009, 20:00, Café Steinbruch, Lotharstr. 315, Duisburg-Neudorf
„Nichts ist fürchterlicher, als alle Tage von morgens bis abends etwas tun zu müssen, das einem widerstrebt.“ (Friedrich Engels)
Ein Leben ohne Arbeit scheint heute den meisten Menschen unvorstellbar. Und obwohl sich niemand freut, den der Wecker morgens um fünf aus dem Schlaf reißt, nicht einmal wünschenswert. In einer Welt, in der es, wie Marx formuliert, kein Glück ist, ein produktiver Arbeiter zu sein, sondern ein Pech, ist es ein noch größeres Unglück, nicht als unmittelbares Verwertungsmittel des Kapitals fungieren zu dürfen.
Dabei erwartet diejenigen, die einen bekommen, an ihrem Arbeitsplatz – von dem, wie jedem jeder versichert, alles Wohl und Wehe abhängt und um den alle daher in ständiger Sorge sind – in erster Linie Monotonie und Langeweile, selbst wenn sie, was unwahrscheinlich ist, von nervigen Kunden, launischen Chefs und mobbenden Kolleginnen verschont bleiben: wie zum Hohn auf den Aufwand, der betrieben wird, um die Ware Arbeitskraft so attraktiv erscheinen zu lassen, daß sich für sie ein Käufer findet, könnte der Großteil der Tätigkeiten, die in der heutigen Arbeitswelt anfallen, genauso gut von dressierten Affen und halbwegs begabten Papageien verrichtet werden.
Obwohl sich das Leben der Menschen um die Arbeit dreht, sogar das derjenigen, die keine haben, existiert die Arbeitswelt im konventionellen Spielfilm nur am Rande. Fabriken zum Beispiel kommen in den Fabrikaten der Traumfabrik kaum vor. Der vielleicht berühmteste Film der Frühzeit, Arbeiter verlassen die Lumière-Werke (1895), hat die Richtung vorgegeben: die Filmcharaktere werden gewissermaßen am Werkstor abgeholt. Erst dann beginnt das Abenteuer, das der Erzählung wert ist. Zum einen vielleicht, weil indeed kein Zuschauer nach Feierabend noch einen Gedanken an die Tretmühle, der er gerade eben entkommen ist, verschwenden mag, zum anderen, weil die real existierende Mehrwertproduktion dem auf Entwicklung & Story basierenden Spielfilm wenig zu bieten hat. Dabei zuzuschauen, wie aus Geld mehr Geld wird, ist aufregend bei einem Ganoven, der sich mit einem Tresorknacker zusammentut und den Sprengstoff von einem zwielichtigen Spielhöllenbetreiber finanzieren läßt, Herstellung und Verkauf von, sagen wir, Gewindeschrauben, Playstations oder Schnürsenkeln bieten da deutlich weniger Thrill.
Obwohl in fast allen konventionellen Spielfilmen die Figuren einen Beruf haben, spielt dieser für die Filmhandlung meist nur eine Nebenrolle. Die Haupthandlung findet in der Wohlfühlsphäre der Konsumtion bzw. Reproduktion statt. Jedenfalls treiben sich die Film- und Fernsehhelden ständig in Autos, Flugzeugen, Restaurants, Raumschiffen, Hotels, Bars, Swimming Pools, Betten oder an anderen exotischen Kriegsschauplätzen herum, während die meisten Arbeitsplätze nur in dem Moment gezeigt werden, in dem der Held sie verläßt.
Die wenigen Ausnahmen bilden Berufe, die mit der Kapitalverwertung nur am Rande zu tun haben: Detektiv, Kommissar, Bankräuber, Pirat, Cowboy, Soldat oder Raumfahrer, Berufe, die – mit einer gewissen Nähe zum Tod – besonders zur Heroisierung taugen (aus irgendeinem nicht nachvollziehbaren Grund gelten auch Richter und Anwälte für sexy), und die zugleich eine Form bürgerlicher Subjektivität und Handlungsfähigkeit vorgaukeln, die im wirklichen Leben längst passé ist, sofern es sie je gegeben hat. Selbst die Krankenhaus- oder Polizeirevier-Serien haben mit dem Arbeitsalltag der realen Institutionen wenig zu tun. Statt für die Krankenkassenzugehörigkeit des Patienten interessiert sich das Krankenhauspersonal der Fernsehserie vordringlich dafür, wer mit wem schläft. Und vielleicht wäre es tatsächlich ein seltsamer Film, der eine Kommissarin 90 Minuten lang dabei zeigen würde, wie sie vor dem Rechner sitzt und Papierkram erledigt.
Indem der konventionelle Spielfilm die Realität der Fabriken und Verwaltungsbüros schamhaft verdrängt, läßt er an ihrer grundsätzlichen Berechtigung keinen Zweifel. Nicht einmal der Science Fiction-Film, der nun wirklich alle Möglichkeiten dazu hätte, bringt die Kraft auf, seinem Publikum eine Zukunft zu präsentieren, in der Herrschaft, Geld und Arbeit abgeschafft und durch ein „universelles Produzieren nach den Gesetzen der Schönheit“ (Marx) ersetzt sind – was sich potenziert, ist die Leistungsfähigkeit der Computer und Maschinen, die auf erweiterter Stufenleiter auch auf dem Planeten XY den gleichen Zwecken dienen wie auf der Erde.
Nur wenige Spielfilme haben die Herausforderung angenommen, für eine von Mühsal und Plackerei befreite Gesellschaft Bilder zu finden.
Die Gruppe Slatan Dudow – Filme gegen Deutschland hat ein Programm von solchen Filmen zusammengestellt, die die Notwendigkeit und Möglichkeit der Abschaffung der Arbeit zum Thema haben. Es reicht vom französischen Spielfilm der 1970er bis zum deutschen Spielfilm der 2000er Jahre (einen davon hat die Gruppe selbst beigesteuert). Die Absurdität und der Schrecken der Arbeitswelt werden ebenso vorgeführt wie auf dem Gegenpol eine Gesellschaft, in der die Leute von einem Tag auf den anderen nur noch das tun, wozu sie Lust haben.
Die aktuelle Lage im islamischen Gottesstaat Iran und die Bedrohung Israels durch die Atombombe
Vortrag und Diskussion von und mit Thomas Becker
Dienstag, 10.11.2009, 20:00, Café Steinbruch, Lotharstr. 315, Duisburg-Neudorf
Schlechte Zeiten für eine demokratische Revolution in Iran: Kein Transparent mit der Aufschrift »Yes We Can« und kein Sternenbanner wies im Juni den Demonstranten in Teheran die Richtung an, so wenig wie in Washington die Bereitschaft zu erkennen war, sich dem Kampf gegen den Terror anzuschließen. Statt dessen hüllte sich der Protest selbst in Grün, während der amerikanische Präsident dem Islam, nicht den Gegnern, sondern den Schergen des Regimes die »Hand zur Freundschaft« reichte. Sogenannte Islamexperten und selbstgewisse Dialogstrategen der »internationalen Gemeinschaft« propagierten die aktive Nichteinmischung als höchste Kunst moderner Realpolitik, und wiederholten damit doch nur das Credo des totalen Gottesstaats, der keine Souveränität außer sich zu fürchten hat.
So konnte Mahmoud Ahmadinejad seinen Wahlkampf voll ungetrübter Zuversicht unter dem Slogan »Ma Mitavanim« – »Yes, we can« auf Farsi – führen: Wir können Wahlen fälschen, Ehebrecherinnen steinigen, Homosexuelle erhängen, Atomraketen bauen und Israel auslöschen, ohne daß uns jemand daran zu hindern auch nur versuchen wird. Ganz entgegen der Meinung der für jede Illusion zu habenden Weltöffentlichkeit ist das Regime der islamischen Revolutionswächter, das Iran spätestens seit der erstmaligen Wahl Mahmoud Ahmadinejads zum Präsidenten im Sommer 2005 unangefochten beherrscht, durch die Ereignisse des vergangenen Junis nicht geschwächt, sondern in der Gewißheit bestärkt worden, für keines seiner Verbrechen jemals zur Verantwortung gezogen zu werden. Es sei denn, die berühmten »Reformer« – Mousavi, Karoubi, Rafsanjani – wollten jetzt plötzlich den Sturz, nicht bloß mehr Macht für sich innerhalb des Regimes. Doch auch das könnte eine Illusion sein, für die nicht nur die »internationale Gemeinschaft«, sondern auch die iranische Opposition empfänglich sein dürfte.
Der Vortrag wird diese Unwägbarkeiten nicht beseitigen können, ganz im Gegenteil: Die Darstellung der Verhältnisse in Iran, der Ideologie und der Machtmittel des Regimes der Revolutionswächter, seiner Innen- und Außenpolitik und der internen und internationalen Opposition, soll eine Diskussion über die Voraussetzungen und Möglichkeiten eines Regime Change und einer demokratischen Revolution jenseits eines lediglich auf Laune und Temperament gründendem Pessimismus oder Optimismus erst ermöglichen. Es wird dabei um den Kampf um bürgerliche Freiheiten in Iran, den Terrorkrieg gegen Israel und das iranische Atomraketenprogramm gehen.
Thomas Becker schreibt für ›Bahamas‹ und betreibt die Webseite realization.info.